"ERDÖL - DIE FILME"

 

Zwei Filme zum Thema Erdöl aus dem Schweizer NZZ Format

Diese DVD enthält zwei Filme à 31 Minuten aus dem NZZ Format: "Das Ende des Ölzeitalters" und "Der Ölfluch". Zusätzlich gibt es zwei "Swiss Made" Beiträge à 5 Minuten: "Das Zwei-Liter-Auto" und "Das Kraftwerk im Koffer"

 "DAS ENDE DES ÖLZEITALTERS" - Ein spannender Film zum Thema Peak Oil - der Höhepunkt der möglichen Förderung ist erreicht.
Die wirtschaftliche und technologische Entwicklung des 20. Jahrhunderts ist ohne Öl undenkbar, die Aufrechterhaltung unseres Lebensstandards unmöglich. Doch Öl ist ein nicht erneuerbarer Rohstoff und wird eines Tages aufgebraucht sein. Die geschätzten Ölreserven des Planeten reichen knapp für die nächsten 40 Jahre. Bereits jetzt wird es immer schwieriger, Öl zu finden und zu fördern, denn die grossen und leicht zugänglichen Felder gehen zur Neige. Viele Experten glauben, der Höhepunkt der Ölförderung sei bereits erreicht. Die weltweite Nachfrage aber nimmt ungebrochen zu, nicht zuletzt aufgrund der raschen wirtschaftlichen Entwicklung von China und Indien. Damit scheint die weitere Verknappung des schwarzen Goldes programmiert. Alternativen mit ähnlicher Energiedichte wie Öl sind nicht in Sicht. Der Kampf ums Öl hat gerade erst begonnen.

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Colin Campbell (Geologe) zeichnet die Kurve des zu erwartenden Ölpeaks

Colin Campbell (Geologe): «Peak Oil bedeutet das Ende einer langen Wachstumsperiode. Zu Beginn des Ölzeitalters entdeckte man jedes Jahr mehr Öl, etwas Zeit versetzt stieg in der Konsequenz die Ölproduktion mit jedem Jahr an bis irgendwann die maximal mögliche Förderung erreicht ist. Das nennt man Peak Oil – den Höhepunkt der Förderung. Wir haben den Höhepunkt der Entdeckung von Ölvorkommen bereits Mitte der 70er Jahre erlebt. Jetzt steht uns der damit zusammenhängende Höhepunkt der Förderung unausweichlich bevor.
Jetzt erreichen wir den Höhepunkt der möglichen Förderung und werden mit der darauf folgenden Verknappung dieses Gutes konfrontiert und das wird Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens haben.»

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99% aller Transport-energie wird aus Öl gewonnen. Es ist eine gefährliche Abhängigkeit, die unseren Lebensstil völlig durchdringt. Louis Woodward: ich glaube, das Öl wird uns schneller ausgehen, als die meisten Leute glauben. Wo immer Öl gesucht wird, wird es zu einem Magneten für Konflikt und Krieg. Öl ist zum Treibstoff des Krieges geworden. Wir erreichen jetzt den Höhepunkt der möglichen Förderung - das wird Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens haben.
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Sie können es ignorieren und auf die Krise warten. Vielleicht kommt sie nicht in ihrer Lebenszeit,... ...aber ich kann Ihnen garantieren, dass sie spätestens zur Lebenszeit ihrer Enkel kommt. In nur wenigen Jahren wird sich die Welt völlig verändern. Steht unsere Zivilisation still, wenn ihr der Treibstoff fehlt? Louis Woodward, der alte Farmer aus Texas, hat die Zeichen der Zeit erkannt und Windturbinen auf seinem Gelände errichtet.

"DER ÖL-FLUCH"
Die grössten Ölreserven liegen heute in politisch instabilen Gegenden. Nur wenigen dieser Länder bringt der Ölreichtum nachhaltigen Nutzen. Die oftmals jungen Staaten sind einseitig von den Öleinnahmen abhängig. Darob vernachlässigen die meisten den Aufbau anderer Wirtschaftszweige. Im Zuge der Ölförderung gedeiht auch die Korruption, und das soziale Gefälle nimmt zu. Diese explosive Mischung führt zu grösserer politischer Instabilität. Dies gefährdet die Versorgungssicherheit der Industrieländer, deren Wohlstand von einem gesicherten Ölnachschub abhängig ist.

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Die Gegend um Baku auf der Halbinsel Aspheron war so ölreich, dass das Öl an manchen Orten von selbst an die Erdoberfläche trat. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird in Baku über die Hälfte der Ölweltproduktion gefördert. Damals war dies grösste bekannte Ölfeld der Erde. Nachdem es bald 100 Jahre Öl produziert hat, ist das Feld heute erschöpft. Vom einstigen Glanz der schwarzen Stadt zeugen nur noch Ruinen, Abfälle und ein Ölsee - eine verwüstete Mondlandschaft.
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Vom einstigen Glanz der schwarzen Stadt zeugen nur noch Ruinen, AbfällUm die Ölvorkommen zu erschliessen, werden überall neue Pipelines gebaut. und ein Ölsee - eine verwüstete Mondlandschaft. Einmal voll tanken kostet lediglich rund zwei Euro. Entsprechend verschwenderisch wird mit dem Treibstoff umgegangen. Venezuela hängt am Tropf der Öleinnahmen, das Wohlergehen seiner Bürger ist direkt abhängig vom gerade aktuellen Ölpreis. Auf der ständigen Suche nach neuen Ölquellen...

Autor: Basil Gelpke
Kamera: Frank Messmer, Matthias Kälin, Daniel Pfisterer, Marcello Weiss
Ton: Heinz Kurz
Schnitt: Petra Beck, Brian Burman

Produktion: NZZ Format, Zürich

© 2005 Neue Zürcher Zeitung