Terrassen und Hügelbeete

 

Sepp Holzers Gestaltung von Terrassen und Hügelbeeten

  Filmausschnitt aus "Terrassen und Hügelbeete"
  Länge: 1 min 44 sec

Im Lungau, Österreich scheinen die extremen Steilhänge völlig ungeeignet für eine landwirtschaftliche Nutzung. In dieser ungünstigen Lage hat ein Bauer Furore gemacht mit einer neuen Art der Bewirtschaftung: Permakultur - nachhaltige Landwirtschaft. "Agrar-Rebell" Sepp Holzer hat seinen 45 ha großen Bergbauernhof umgestaltet in eine einmalige Teich- und Terrassenlandschaft.

Auf der anderen Seite des Tals sieht man die Steilhänge mit den hier üblichen Fichtenmonokulturen - „Fichtenwüsten“ nennt Holzer sie: "Eine Fichte ist ein Flachwurzler und versauert den Boden, das Bodenleben stirbt ab, die Speicherkraft des Bodens läßt nach. Die Vitalität der Bäume läßt nach - der Baum wird krank - und in der Monokultur vermehren sich ganz leicht dann explosiv Borkenkäfer, Fichtenblattwespe usw. Die würden uns aber zeigen, was wir falsch machen oder was die Forstleute falsch machen, nur: die begreifen es nicht, und bekämpfen den Borkenkäfer, Fichtenblattwespen usw. Bekämpft gehören die Forstbeamten, die uns diese Monokulturen verordnet haben. Die kapieren nicht, was sie damit anrichten."

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Sepp Holzer: "Vor 30, 40 Jahren hab ich ja auch diese Fehler alle gemacht, das haben wir ja gelernt: 10.000 Stück Fichten pro Hektar hat man pflanzen müssen! Und wenn man sich vorstellt, daß der Wald mit 100, 120 Jahren hiebreif ist: Da müssen drei Generationen Steuern zahlen. Das ist ja im höchstem Maß unwirtschaftlich und unökonomisch! Unverständlich, wie man so was machen kann. Da gehören nicht nur Fichten hin, sondern auch Lärchen, Tannen, Ahorn, Wildobst!" Sepp Holzer hat aus den Fehlern der einseitigen Aufforstungen gelernt. Seinen Krameterhof hat er im Laufe der letzten 40 Jahre renaturiert.

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Wie eine neue Terrassenlandschaft entsteht, läßt sich auf 5 ha Neuland beobachten, die Sepp Holzer vom Nachbarn gepachtet hat. In wenigen Wochen wird aus einer ehemaligen Schafwiese eine blühende Terrassenlandschaft. Zum Schaffen von neuen Biotopen scheut sich Holzer nicht, große Veränderungen in der Landschaft vorzunehmen - ein Bagger wandelt den Steilhang in Terrassen um. Was zunächst aussieht wie große Wunden in der Landschaft, wird sich in kurzer Zeit in ein Permakulturparadies verwandeln.

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Allerdings bringt Holzer dieser grobe Eingriff nicht nur Sympathien ein. Sepp Holzer rechtfertigt diese Vorgehensweise so: die ursprüngliche Landschaft gibt es hier schon lange nicht mehr. Menschenhand hat hier, wie fast überall auf der Welt, die ursprüngliche Landschaft verändert, und das zu ungunsten der natürlichen Vielfalt. Zur Neuerschaffung einer Permakultur ist oft ein ebenso starker Eingriff notwendig, um das Land zu renaturieren. So kommt der Bagger zu einem einmaligen Arbeitseinsatz - wenn er wieder fährt, wird hier für Generationen eine natürliche Landschaft entstehen.

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Während der Bagger noch im Einsatz ist, setzt Holzer in wenigen Wochen über 1500 Obstbäume und streut seine Mischsaat aus über 40 verschiedenen Pflanzen aus. Das Wachstum vieler Pflanzen wird unterstützt durch die Terrassierung: die Terrassen fangen die Strahlen der Sonne ein und wirken so wie eine Wärmefalle. Die Strahlungswärme sorgt für ungewöhnlich hohe Temperaturen - ein Kleinklima entsteht. So wachsen auf 12- bis 1500 Meter Höhe landwirtschafltiche Produkte, die man in diesen Höhenlagen nicht erwarten würde: verschiedene Sorten Getreide und Gemüse, ja sogar Südfrüchte...

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Ein weiteres wichtiges Element der Permakultur sind die Hügelbeete. Auch sie unterstützen das besondere Kleinklima auf der Alm. Gut geschützt zwischen den Hügeln wachsen die jungen Obstbäume. In den Hügeln vergraben sind unter anderem die ausrangierten Fichten, die Holzer aus den früheren Monokulturen ausgelichtet hat.
Auf Holzers Hügelbeeten wachsen die verschiedensten Gemüsesorten. Holzer kennt keinen Boden, der nicht zum Bewirtschaften geeignet wäre. Ob steinig, trocken oder naß - Hügelbeete und Pflanzgemeinschaften schaffen einen ausgeglichenen Wasserhaushalt.

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Sepp Holzers Terassen und Hügelbeete bilden eine Erlebnislandschaft von besonderer Schönheit. Der "Agrar-Rebell" ist damit sowohl ökologisch als auch ökonomisch sehr erfolgreich. Ein Beispiel nachhaltiger Landwirtschaft, die in Zeiten der Subventionswirtschaft zum Nachdenken anregt.

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Eine Produktion von Crystal Lake Video
  Regie: Malcolm St.Julian Bown und Heidi Snel

© 2001 Crystal Lake Video